• Nepal
  • 17 Juni, 2020

Respektvoller Tourismus im Bardia Community Homestay

Respektvoller Tourismus im Bardia Community Homestay
Photo: Cristina Podocea

Wir kommen an einer kleinen Gruppe von Häusern im Randgebiet des Bardia Nationalparks an. Auf der einen Seite der kleinen Schotterstraße stehen die Häuser mit blühenden Blumen und ordentlichen Gärten, alle aus Erde gebaut und nicht angestrichen. Auf der anderen Seite ist der Dschungel, nur ein paar hundert Meter weit weg. Hohe Aussichtshütten sind entlang der Waldgrenze zu sehen. Es gibt immer einen Wächter, der den Alarm ausruft, wenn ein wildes Tier versucht, die Straße zu überqueren und auf die Seite des Dorfes zu kommen.

Dieses kleine Dorf am Rande des Bardia Nationalparks ist vor kurzem Teil des Community Homestay Netzwerks geworden. Die Dorfbewohner leben weiterhin ihr Leben wie sie es immer getan haben. Jetzt heißen sie jedoch auch Besucher willkommen, die mit ihnen wohnen, um das örtliche Leben in einer Art und Weise zu erleben, wie es in touristischen Regionen nicht möglich ist. Der Leiter des Programms hier ist Sudip, ein junger Mann mit viel positiver Energie und großen Hoffnungen für die Entwicklung der Gemeinschaft. Sein Englisch ist, genau wie sein Wissen, exzellent.

Wir werden in einem der Häuser mit einer Toilette und Dusche im Zimmer schlafen. Das Zimmer ist einfach, mit einem großen Bett und einem Moskitonetz, welches darüber hängt. Das Mobiliar besteht aus einem kleinen Holztisch und einem Stuhl. Ein Ventilator bewegt die heiße Luft umher. Obwohl es 40 Grad sind, wird uns scharfes Dal Bhat serviert. Ich kann nicht verstehen, wie die Einheimischen dieses in der Mittagshitze essen können und nehme nur die Gurken. Ich möchte mir meinen Appetit für den Abend aufzusparen, wenn es kühler ist.

Mein Tagesprogramm besteht aus einer Radtour um das Gelände, einem Besuch des Zuchtzentrums für Elefanten und dem traditionellen Tanz, den ich von Nahem beobachten kann

Die Fahrräder sind alt und einfach und erinnern mich an das Landrad meines Großvaters. Keine richtigen Bremsen, Gequietsche und nicht genug Luft in den Schläuchen. Aber die Tour war so aufregend! Wir fuhren vorbei an Dorfbewohnern, die ihren normalen Tätigkeiten nachgingen, sich um ihre Tiere kümmerten, ihre Gärten pflegten oder auf ihren Feldern arbeiteten. Kinder spielten in den Wasserpfützen. Ich heiterte alle mit meiner Fahrradklingel auf. Die Straße war sehr holprig, und als ich an einer Gruppe von Wasserbüffeln vorbei fuhr, hielt ich mich besonders fest am Lenker, um nicht vom Rad und in den Weg der Tiere zu fallen.

Photo: Cristina Podocea

Nach einer halbstündigen Fahrt durch die idyllische Gemeinde kamen wir am Elefanten Zuchtzentrum an. Dieser Ort liegt am Ufer des Flusses, der beste Platz für den Sonnenuntergang. Es wurde uns berichtet, dass in der Paarungszeit oft wilde Elefanten aus dem Dschungel kommen, um sich mit den Weibchen zu paaren. Kinder spielten am Flussufer, fuhren auf ihren Fahrrädern und badeten im verblassenden Licht.

Als wir zum Homestay zurückkehrten, fiel die Dunkelheit über das Dorf, während die Menschen mit Ihren Tieren nach Hause zurückkamen. Insekten wurden lauter und lauter und der Dschungel füllte sich mit Geräuschen, bevor er in den Schlaf fiel.

Respectful Tourism at the Bardia Community Homestay
Photo by Cristina Podocea

In der kühlen Abendluft, nachdem alle Tagesaktivitäten zu Ende sind, kommen die Menschen für das Abendessen zusammen. Das Familien- und Gemeinschaftsgefühl ist hier stark. Sudip spricht leidenschaftlich über alles Traditionelle, inklusive der Tänze. Im Gemeinschaftshaus setzen wir uns auf Stühle um die bunte, freudige Parade von Tänzern zu bewundern, die uns ihre besten Schritte zeigen. Normalerweise werden diese Tänze zu besonderen Anlässen aufgeführt. Aber mein Besuch ist besonders genug. Sudip lässt sich keine Gelegenheit nehmen, zu tanzen und zu lächeln. Man kann sehen, dass er es mit großer Freude tut.

Ich fühle mich als Teil der Gemeinschaft hier, dank Sudip und des ganzen Community Homestay Projektes. Ich bevorzuge es, Orte auf die Weise kennenzulernen, wie es die Einheimischen tun, um ihre Kultur und ihre Lebensweise besser verstehen zu können. Dies ist eine viel respektvollere und gebende Form von Tourismus. Dies ist definitiv etwas, auf das ich bei meinen nächsten Abenteuern in Nepal besonders achten werde.

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